Standard Einstärkengläser werden für den Ausgleich der Fernfehlsichtigkeit kalkuliert. Das bedeutet, dass das Brillenglas nur in der optischen Mitte optimiert ist und in den Randbereichen Abbildungsfehler auftreten. Diese Bereiche des Brillenglases werden jedoch häufig von Kindern genutzt. Sie sind „Augen-Beweger“ (Drobe, 2011) und nutzen alle Teile des Brillenglases statt nur den zentralen Bereich, um die Welt um sich herum wahrzunehmen.
Um das Sehverhalten von Kindern besser zu verstehen, wurde in einer Essilor-Studie die Augen-Kopf-Koordination von 169 Kindern im Alter von 6 bis 14 Jahren untersucht und gemessen, wobei sich herausstellte, dass Kinder hauptsächlich die Augen bewegen. 77% der Kinder wurden als Augen-Beweger identifiziert.
Das bedeutet, dass Kinder dazu neigen, durch alle Teile des Brillenglases zu sehen und nicht nur durch den zentralen Bereich. Bei Brillengläsern für Kinder ist es daher wichtig, eine gute Sehschärfe in allen Blickrichtungen und nicht nur in der Mitte des Brillenglases zu gewährleisten.
Kinder nutzen ihr Sehvermögen, um etwas über ihre Welt zu lernen. Ab dem 6. Lebensjahr beginnt die Zeit, in der das Sehen beim Lesen- und Schreibenlernen stark gefordert ist.
In weiterer Folge nimmt auch die verstärkte Nutzung digitaler Geräte, sowohl in der Schule als auch zu Hause erheblich zu. Hierbei wird die Schriftgröße oft kleiner und verpixelte Zeichen bzw. Buchstaben auf Bildschirmen machen das Sehen anstrengender.
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